Was macht das Online-Dating mit unserer Gesellschaft?

Das Online-Dating ist dieser Tage ein Trend, der immer mehr Menschen erfasst. Dazu zählen nicht nur die Nutzer solcher Portale, sondern auch alle anderen, die sich mit diesem Thema befassen. Das können Familienmitglieder oder Freunde der Nutzer sein, aber ebenso auch Mitarbeiter der Portale oder Forscher, die sich mit dem Thema befassen. Natürlich gibt es da auch noch die interessierten Laien, die das Online-Dating einfach faszinierend finden, weil es so eine durchschlagende Wirkung in der Gesellschaft hat. Dabei sollte man das Online-Dating als Faktor in einer sich verändernden Gesellschaft nicht überschätzen, aber es kann doch durchaus dazu beitragen, bestehende Trends zu verstärken.

Zu diesen Trends zählt vor allem der Trend zu mehr Toleranz. Es mag zwar oft so scheinen, als sei die Toleranz in der Gesellschaft des 21. Jahrhunderts eher rückläufig, aber im Großen und Ganzen nimmt die Toleranz eher zu. Das erkennt man zum Beispiel, wenn man sich einmal ansieht, wie viele Partnerschaften es zwischen Menschen, die unterschiedlichen Ethnien angehören, vor einigen Jahren noch gab und wie viel mehr es heute gibt. Auch erkennt man es, wenn man darauf achtet, wie die Legalisierung der Ehe für alle in den verschiedensten Ländern in den letzten Jahren geschehen ist und wie sie bald auch in Deutschland vorgenommen werden wird. Auch dazu trägt das Online-Dating bei. Es hilft nämlich dabei, Menschen auf der Grundlage ihres Charakters kennenzulernen. Dabei werden zunächst einmal der Wohnort und auch das Aussehen eines Menschen außer Acht gelassen, die häufig von der Zugehörigkeit zu einer bestimmten Ethnie oder Bevölkerungsgruppe abhängen. So finden Menschen zueinander, die sich sonst nicht gefunden hätten, weil sie in unterschiedlichen Vierteln leben und in unterschiedlichen Kreisen verkehren.

Ebenfalls hilft das Online-Dating Menschen dabei, sich zu finden, die sonst von der Gesellschaft oder zumindest von Teilen davon nicht geschätzt würden. Das trifft zum Beispiel auf homosexuelle Menschen zu, die immer noch von einigen Personengruppen in der Gesellschaft nicht akzeptiert werden. Aber wenn es immer mehr homosexuelle Paare gibt, die glücklich miteinander leben, dann werden auch diese Menschen noch erkennen, dass es nicht falsch sein kann, wenn zwei Menschen miteinander in wahrer Glückseligkeit zusammen leben.

Was das Online-Dating daneben noch leistet, ist, dass es auch solchen Menschen hilft, ihr Glück zu finden, die keine Beziehung führen wollen. Wenn sich jemand einfach nur vergnügen will und also ohne Gefühle oder Bedingungen mit jemandem schlafen möchte, dann trifft das bei großen Teilen der Gesellschaft auf Unverständnis, weil sie dieses Bedürfnis nicht teilen. Was man nicht versteht, das quittiert man in vielen Fällen mit Abneigung. Dieses Unverständnis und die Abneigung trifft in vielen Fällen Frauen eher als Männer, weil an Frauen immer noch mehr Erwartungen auf Grund ihres Rollenbildes gerichtet werden. Aber das Online-Dating ermöglicht es den Menschen, die das wollen, Treffen zu vereinbaren, wie sie ihnen gefallen. Und damit kommen auch mehr Menschen mit dem sogenannten Casual Dating in Kontakt. Wer etwas kennt und damit eine Begegnung hatte, ist weniger geneigt, dem Abneigung entgegenzubringen. So ist es Vielem beim Online-Dating.